14.12.2013

Weihnachtsfeier

…..hier fehlt der übliche Bericht….…..stattdessen…..

Der Nikolaus spricht !

Von draußen komm' ich, aus den dunklen Tann,

fröhliche Stimmen lockten mich an.

Ich hab' viel zu tun in diesen Tagen,

doch bleib' ich gern, um euch ein paar Worte zu sagen.

 

Vom guten Ruf eures Reitstalls geht im Lande die Kunde.

Drum hört, was man sagt, jetzt aus meinem Munde.

Nach einem Stall wie diesem man lange suchen kann,

es heißt Ruth und Martin sind nicht ganz unschuldig daran.

Füttern, Mist fahren, Heu- und Strohballen bewegen,

ich sag euch - die Weihnachtswichtel können einpacken dagegen.

Und gibt's Fragen oder Probleme - auch das kommt mal vor,

haben die beiden stets ein offenes Ohr.

 

Frühmorgens wenn Ruth und Trecker über den Hof schon fahr'n,

Nimmt die Chefin per Handy eure Wünsche an.

 

Ruth: „Mit oder ohne Decke, wie soll deiner heut geh'n?

Antwort: Ach, beides am besten, aber bitte nur bis zehn."

Ruth: „Und Gamaschen an die Beine? Komm, sag noch geschwind."

Antwort: „Ja, an jeden Fuß eine, und zwei bei Rückenwind."

 

Doch trotz solcher und anderer kniffliger Sachen,

sieht man Ruth oft und gerne lachen.

Ein Lächeln kehrt zu dir zurück - an dem Spruch ist was dran,

denn Ruths Fröhlichkeit steckt hier viele an.

 

Und während andere noch im Wochenendschlaf liegen,

ist Martin schon mit Wasser unterwegs zu den Wiesen.

Nur einmal stoppte jäh das Gespann,

vorbei war' s fürs Erste mit Martins Plan.

Dafür ertönte - mir graust noch in Gedanken dabei –

bis weit in die Wälder hinein Martins Schrei.

Dann Zetern, dann Fluchen - zum Gotterbarmen:

Der Trecker samt Tank hatte sich festgefahren!

Doch wär' s nicht Martin würd ' er vor Maschinen kapitulieren,

eine Eigenschaft von der alle hier profitieren.

Befreit wurde was eben noch der Schlamm festhielt,

und gleich darauf waren auch die Tränken gefüllt.

 

Ach, und wo schon die Rede war von Gülle und Mist,

fällt mir noch jemand ein, der heut unter uns ist.

Klaus, diesem Mann ich nun lobend gedenke,

kämpft er doch wöchentlich gegen stinkende Elemente.

Mit einem Gang wie Schwarzenegger, in den Armen stählerne Kraft,

rückt er zuleibe der Pferde Hinterlassenschaft.

 

Das klingt recht gemütlich: Pferde rausbringen und wieder rein,

aber Alexandras Job ist mitunter richtig gemein.

Doch weder bockende Tiere noch biblische Plagen,

lassen dich, Alexandra, verzagen.

Reißt der Sturm dir die Mütze vom Haar,

oder bleiben die Stiefel im Schlamm gar stecken,

nicht wahr Alex? Das kann dich auch nicht erschrecken.

 

Brigitte Decker, die stille Dame im Hintergrund,

tut nie lautstark ihre Unterstützung kund.

doch dank ihr lassen sich für Ruth Stallarbeit und Familie erst vereinen,

zu dumm -jetzt fehlt mir ein Wort, um darauf zu reimen.

 

Antonia heißt das kleine Mädchen, das Hosen verschmäht,

und stattdessen lieber hübsche Röcke trägt.

Im Futterwagen mitfahrend ab und an,

reichst du deiner Mama die Mischungen für die Pferde an.

Ob Kindergarten, Reiten oder Stallarbeit,

ich hörte Toni, du trägst dazu am liebsten ein Kleid?

Überhaupt, gehst du für dein Alter schon sehr zielstrebig durchs Leben.

Mir kam zu Ohren, du hast sogar deinen Schnulli abgegeben?

Dafür gebührt dir von Allen Applaus.

und ganz besonders von mir, dem Nikolaus.

 

Viele Feste und Ausflüge hat's auf dem Wilhelmshof gegeben,

Lehrgänge auf dem Pferd,

oder auch mal daneben.

Meist stand dabei Leckeres auf Tisch und Herd,

ich finde, auch das ist eine Erwähnung wert.

 

Und dann die Ritte zur Wolfsfarm - ich ließ mir sagen,

auf der Weide dort haben sich eure Pferde gut vertragen.

 

Und im Oktober erst das Hofturnier,

ein große Sache und ein Beispiel für die Gemeinschaft hier.

Da wurde trainiert, da wurd' organisiert,

Listen geschrieben und herumtelefoniert.

Auch gebacken und gebraten wurde zu diesem Feste,

für die eigenen Leut' und für die auswärtigen Gäste.

Überhaupt wurde gar nicht lange gefragt.

Ein jeder hat einfach mit angepackt.

Mit hochgekrempelten Ärmeln,

Staub und Spinnweben in den Haaren -

wie eifrig alle selbst beim Großputz waren.

Am Ende glänzten Halle, Stübchen und Stall.

Und am Turniertag gab's Schleifen und den verdienten Beifall.

 

Doch auch traurige Stunden hat es hier gegeben,

so ist der Dinge Lauf - so ist das Leben.

Denn dreimal kam der Tod auf leisen Sohlen,

um einen vierbeinigen treuen Freund zu holen.

Doch in der Stunde für die, bei denen die Hoffnung schwand,

gab es stets tröstende Worte,

eine stille Umarmung

oder eine streichelnde Hand.

 

Mein persönlicher Respekt aber gilt all denen,

die eurem Ruf noch den letzten Schliff geben.

Denen, die man bei großen Ehrungen oft vergisst,

deren Tun aber nie selbstverständlich ist.

Die, wo Arbeit zu viel wird, Hilfsbereitschaft zeigen.

Die sich um viele Belange hier kümmern - und nicht nur um die eignen.

Die scheuende Pferde von der Wiese retten,

die kranke Hofhunde pflegen

und für ein warmes Nachtlager betten.

Die handeln in der Not, ohne dass man sie fragt,

ein Glückspilz, der solche Menschen um sich hat.

 

Und nicht zu vergessen die Reiterinnen mit ihren Pferden,

die uns das tolle Showprogramm heute bescherten.

Die wochenlang probten und choreographierten,

die selbst noch zu später Stunde trainierten.

Mit großem Elan und mit glühenden Wangen

für den heutigen gelungenen Rahmen.

 

Vor euch allen, die ihr dies oft und freiwillig tut,

ziehe ich tief meinen Nikolaushut.

 

Das war ein Jahr hier, das war ein Leben,

auf dem Hof hat sich so viel noch ergeben.

Noch mehr gäb's zu loben,

noch mehr gäb's zu sagen,

doch mir knurrt nach dem vielen Erzählen der Magen.

Auch mein Hals kratzt schon ganz fürchterlich,

ich hoffe, ihr habt etwas zu trinken für mich.

Und wär's auch was „Geistreiches",

ich tät 's gerne nehmen, um gemeinsam mit Euch das Glas zu erheben.

 

(Trinkspruch):

Auf Euch liebe Leute! Und auf eure Pferde! Und dass es hier so nett bleibt

oder noch besser werde.

 

Ich zieh' nicht gerne weiter -würd' gerne noch bleiben,

um mir bei euch angenehm die Zeit zu vertreiben.

Doch erwartet man mich schon im nächsten Haus,

ein schönes Fest noch

 

Wünscht Euch der Nikolaus.

 

- Ende -

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